BDS-Kurzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukrainekrieges

383

Massive Belastungen für den kleinen Mittelstand – Kaufkraft schwindet – echte Entlastungen fehlen

Seit mehr als drei Wochen herrscht bereits der Krieg in der Ukraine. Inzwischen treffen die daraus folgenden Sanktionen, Einschränkungen und Hindernisse immer stärker die deutsche Wirtschaft. Um einen besseren Überblick über die Situation unserer Mitgliedsunternehmen zu gewinnen, haben wir eine Kurzumfrage* hierzu erstellt.

Auch wenn nur wenige BDS-Mitglieder ein direktes Engagement in der Ukraine wie Export, Import, eine Niederlassung oder Produktion vor Ort angeben, zeigt die Umfrage durchaus deutliche Auswirkungen auf die Unternehmen.

Umsatzeinbrüche und Kostenanstieg

83 Prozent der Teilnehmenden geben an, dass sie von den steigenden Energiepreisen (stark) getroffen sind. Zudem fehlen 50 Prozent der Firmen notwendiges Material. Bei rund 10 Prozent sind direkt Kunden durch den Krieg weggefallen, hinzu kommt die stark gesunkene Kaufkraft durch die gestiegenen Preise sowie eine gewisse Kaufunlust.

Somit sind auch bei mehr als 60 Prozent der rückmeldenden Unternehmen Umsatzeinbrüche zu verzeichnen, die sich vor allem im Bereich von 10 bis 30 Prozent der Umsatzeinbußen bewegen.

Bei der Frage nach der Verteuerung der Kosten gibt die große Mehrheit starke bis mittlere Kostensteigerungen für ihr Geschäft an. Lediglich 11 Prozent verspüren keinen Kostenanstieg.

Forderungsliste der Unternehmen

Daher sind die Forderungen an die Politik sehr deutlich: Mehr als 2/3 fordern Senkungen der Stromsteuer sowie die Erschließung neuer Gas- und Öllieferanten. Hinzu kommt, dass sich mehr als die Hälfte für eine Verlängerung der fossilen Energieträger (Kohle und Atomenergie) aussprechen.

Darüber hinaus sprechen sich viele für den Ausbau der erneuerbaren Energie und eine Senkung der Mineralölsteuer aus. Grundsätzlich wird deutlich, dass die Senkung der Mehrwertsteuer aus Sicht der Unternehmen lediglich einen zusätzlichen Bürokratieaufwand, aber keine Entlastung darstellt. Bei den sogenannten Stoffgleitklauseln wünschen sich einige, diese auch in laufende öffentliche Aufträge aufzunehmen.

Die seitens der Regierung auf den Weg gebrachten Entlastungen wie die Erhöhung der Arbeitnehmerpauschbetrag und des Grundfreibetrages sowie Zuschüsse und Einmalzahlungen für Sozialleistungen und Grundsicherungen stellen für die Unternehmen derzeit keine Entlastung dar. Hier ist die Politik gefordert, tatsächliche Entlastungen umzusetzen.

„Nach den Belastungen durch die Corona-Pandemie kommen jetzt die Belastungen durch den Ukrainekrieg auf die Unternehmen zu. Die Preise steigen, die Kauflust sinkt und der kleine Mittelstand steht mal wieder im Regen“, fasst BDS-Präsident Jan Dietz die Situation zusammen. „Mehr denn je gilt es, direkte, schnelle und unbürokratische Entlastungen für Unternehmen umzusetzen. Besonders für die kleinen mittelständischen Unternehmen, die mit den steigenden Energiepreisen zu kämpfen haben.“

*BDS-Kurzumfrage: Zeitraum vom 15.03. – 18.03.2022, 359 Teilnehmer*innen

Weitere Informationen:
Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS) ist der Dachverband und die Stimme von vielen Handels- und Gewerbevereinen im Land. Dieser Wirtschaftsverband besteht seit fast 170 Jahren. Weitere Informationen zum BDS-Landesverband finden Sie unter www.bds-bw.de.

Die Pressemitteilung als PDF zum Download >> hier

Vorheriger ArtikelDeutschlands bester Getränkehändler 2022 kommt aus Frickenhausen
Nächster Artikel“Kompass Selbständig” – Ein Herzensprojekt: die Ausbildungspartnerschaft A+