BDS-Mitglieder sehen Nachbesserungsbedarf beim Konjunkturpaket

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Stuttgart. Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg (BDS) hat in einer Kurzumfrage vom 16. bis 22. Juni 2020 seine Mitglieder zum aktuellen Konjunkturpaket der Bundesregierung und zur Mehrwertsteuersenkung befragt. „Während Nichtselbständige über Kurzarbeitergeld gerettet werden, werden Selbständige in Hartz IV gedrängt und im Regen stehen gelassen“, kritisierte Günther Hieber, BDS-Landesverbandspräsident.

„Unsere BDS-Mitglieder benoten das Konjunkturpaket mit einer 3,3“, erklärte Hieber. Bei der Bewertung einzelner Maßnahmen des Konjunkturpakets vergaben die Mittelständler der Mehrwertsteuersenkung die Note 4,2 und der Überbrückungshilfe eine 2,6. Hieber meinte dazu: „Jedoch kritisieren die Umfrageteilnehmer stark, dass Solo-Selbständige keinen fiktiven Unternehmerlohn oder Lebenshaltungskosten anrechnen lassen können. Zum Bestreiten ihres Unterhalts müssten sie Hartz IV beantragen.“ Insgesamt beurteilen die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer die Förderung von Ausbildungsbetrieben als gute Maßnahme des Konjunkturpakets.

Weiterhin erläuterte der BDS-Landesverbandspräsident: „Mehr als 75 Prozent unserer BDS-Mitglieder werden die Mehrwertsteuersenkung an den Endverbraucher weitergeben: darunter 51 Prozent komplett und 26 Prozent teilweise. Aber über 70 Prozent der Befragten erwarten keinen positiven Effekt durch die Senkung – sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen.“ Daher sei die grundlegende Stimmung unter den Umfrageteilnehmern kritisch: So stehe der Aufwand der Mehrwertsteuersenkung in keinem Verhältnis zum Erfolg bzw. zu den positiven Effekten.

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