Pressemitteilung zur BDSBW Blitzumfrage anlässlich der Landtagswahl 2026

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Pressemitteilung

Blitzumfrage des BDSBW zur Landtagswahl 2026: Klare Erwartungen an die neue Landesregierung
Mitglieder wünschen sich Boris Palmer in der Landesregierung

Fellbach, 10.03.2026 – Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg (BDSBW), hat unmittelbar nach der Landtagswahl 2026 eine Blitzumfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Aus Sicht der befragten Selbständigen und Mittelständler muss sich die neue Landesregierung jetzt mit höchster Priorität um den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg kümmern.

 

Wirtschaftsstandort hat für Unternehmen höchste Priorität 

Insgesamt gaben 87,22 Prozent der Teilnehmenden an, dass der Wirtschaftsstandort BW zu den drei wichtigsten Spannungsfeldern gehört, um die sich die neue Regierung sofort kümmern muss. Dahinter folgen Migrationspolitik mit 30,83 Prozent und Innere Sicherheit mit 28,95 Prozent. Auch Infrastruktur, Bildungspolitik und Energiepolitik werden von vielen Teilnehmenden als zentrale Handlungsfelder genannt.

 

Bürokratieabbau, Energiepreise und Steuern im Fokus

Besonders deutlich fällt das Votum bei den wirtschaftspolitischen Prioritäten (Mehrfachnennung möglich) aus: 81,95 Prozent fordern eine Reduzierung bürokratischer Lasten, 61,28 Prozent die Senkung der Energiepreise und 43,23 Prozent Steuersenkungen. Damit ist klar: Die kleinen und mittleren Unternehmen erwarten von der nächsten Landesregierung keine Symbolpolitik, sondern spürbare Verbesserungen im unternehmerischen Alltag.

Zugleich zeigen die Ergebnisse, dass eine mögliche Koalition aus Grünen und CDU mit einer zurückhaltenden bis skeptischen Erwartungshaltung konfrontiert wäre. Zwar trauen 49,25 Prozent der Befragten einer solchen Regierung zu, Baden-Württemberg in die Zukunft zu führen. Dem stehen jedoch 42,86 Prozent gegenüber, die dies verneinen.

Noch kritischer fällt die Bewertung der erwarteten Lösungskompetenz in einzelnen Politikfeldern aus. Insbesondere beim Bürokratieabbau, bei stabilen Energiepreisen und bei der Restrukturierung der Verwaltung überwiegen negative Bewertungen deutlich. Gerade in diesen Bereichen sieht der BDSBW dringenden politischen Handlungsbedarf.

 

Offene Umfragefrage: Wunsch nach praxisnahen Persönlichkeiten

In einem offenen Teil der Umfrage konnten die Teilnehmenden zudem Persönlichkeiten nennen, denen sie eine stärkere Rolle für den Standort Baden-Württemberg zutrauen. Dabei wurde unter anderem der Name Boris Palmer vergleichsweise häufig genannt.

Über einzelne Namen hinaus zeigt sich jedoch ein klares Muster: Die Befragten wünschen sich vor allem Persönlichkeiten, die praxisnah, entscheidungsfreudig und nah an den Problemen der Unternehmen sind – Menschen also, die nicht nur diskutieren, sondern sichtbar handeln und Verantwortung übernehmen.

 

BDSBW fordert konkrete Schritte beim Bürokratieabbau

Aus Sicht des BDSBW muss die neue Landesregierung daher rasch die Weichen für mehr wirtschaftliche Dynamik stellen. Dazu gehören ein konsequenter Bürokratieabbau, eine Standortsicherung durch wettbewerbsfähige Energiepreise, Entlastungen bei Steuern und Abgaben sowie bessere Bedingungen für Investitionen und unternehmerisches Wachstum. Diese Themen sind für die Zukunftsfähigkeit des Landes und die Wettbewerbsfähigkeit seiner vielen kleinen und mittleren Unternehmen von zentraler Bedeutung.

So braucht es beispielsweise beim Bürokratieabbau jetzt konkrete und schnell umsetzbare Maßnahmen. Für den BDSBW sind es fünf zentralen Erwartungen an die kommende Landesregierung:

  • eine weitere drastische Reduzierung der Vorschriften rund um den Bau, um Investitionen und Wohnungsbau wieder zu beschleunigen,
  • eine deutliche Reduzierung der Dokumentationspflichten sowie der Pflicht zur Bestellung zahlreicher betrieblicher Beauftragter,
  • ein hartes Moratorium für neue Vorschriften, solange bestehende Belastungen nicht spürbar reduziert wurden,
  • eine konsequente Digitalisierung der Verwaltung nach dem Once-Only-Prinzip, sodass Unternehmen Daten nur einmal angeben müssen,
  • sowie die allgemeine Einführung von Genehmigungsfiktionen, damit Verfahren schneller und planbarer werden.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen wieder mehr unternehmerischen Freiraum statt immer neuer bürokratischer Anforderungen.

 

Präsident Jan Dietz: „Versprechen müssen jetzt eingelöst werden“

BDSBW Präsident Jan Dietz erklärt dazu:
„Die Ergebnisse unserer Blitzumfrage senden eine unmissverständliche Botschaft: Baden-Württemberg braucht jetzt eine Landesregierung, die den Wirtschaftsstandort stärkt, Unternehmen entlastet und verlorenes Vertrauen durch konkretes Handeln zurückgewinnt.
Reden hilft Baden-Württemberg nicht weiter, sondern Machen

 

BDSBW bietet konstruktiven Dialog an

Der BDSBW wird die Regierungsbildung und die ersten politischen Weichenstellungen der neuen Landesregierung sehr genau begleiten. Für die Selbständigen und mittelständischen Unternehmen im Land wird entscheidend sein, ob den zahlreichen Ankündigungen zum Bürokratieabbau und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts nun auch konkrete politische Entscheidungen folgen.

Gleichzeitig bietet der Landesverband der neuen Landesregierung einen engen und praxisnahen Austausch an. Der BDSBW versteht sich als kritischer, aber konstruktiver Partner, der die Erfahrungen der Selbständigen direkt in politische Entscheidungsprozesse einbringen will. Denn nur wenn Politik und Wirtschaft wieder enger zusammenarbeiten, lassen sich die strukturellen Probleme des Standorts Baden-Württemberg wirksam lösen.

 

 

Über die Umfrage
Die Blitzumfrage des BDSBW zur Landtagswahl 2026 wurde unter Mitgliedern des Verbandes durchgeführt. An den zentralen Fragen beteiligten sich 266 Personen.

 

Weitere Informationen: 

Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS) ist der Dachverband und die Stimme von vielen Handels- und Gewerbevereinen im Land. Dieser Wirtschaftsverband besteht seit über 170 Jahren. Weitere Informationen zum BDS-Landesverband finden Sie unter www.bds-bw.de. 

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