#bdskontrovers: Die Testangebotspflicht für Unternehmen

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Wie gehen unsere Selbständigen in Baden-Württemberg mit der Testangebotspflicht um? Wie positionieren wir uns als Unternehmer und als BDS-Mitglieder zu diesem kontroversen Thema? Diese Fragen diskutierten die beiden BDS-Präsidenten Bettina Schmauder und Jan Dietz mit BDS-Mitgliedern aus ganz Baden-Württemberg.

Mit dem neuen Format möchte der Vorstand rund um die beiden Präsidenten in das Gespräch und die Diskussion mit allen BDS-Mitgliedern kommen. „Als Verbandsrepräsentanten ist es uns wichtig, nicht nur in Zeiten von Corona, sich eine Meinung zu bilden und damit die Selbständigen in Baden-Württemberg zu repräsentieren“, damit eröffnete Bettina Schmauder die Diskussion. Die vielfältigen Meinungen und Positionen innerhalb des BDS Baden-Württemberg zeigen sich immer wieder in den Reaktionen auf unsere Standpunkte und Äußerungen.

Das erste #bdskontrovers fand zum Thema Testangebotspflicht statt. Die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer berichteten über ihre Erfahrungen mit der Organisation des Testangebots, bei der Beschaffung, aber auch über die Ungewissheit bei der Wahl des richtigen Tests. Sehr eindrücklich beschrieb zum Beispiel Claudia Nothwang wie ihr Betrieb trotz – negativer – Schnelltests wegen Corona komplett zum Erliegen kam, wegen positiver Coronaerkrankungen.  Die eigene Krankheit verarbeiten, Aufträge verschieben, Kunden vertrösten, völlig unterschiedliche Arbeitsweisen und Anweisungen der Gesundheitsämter aus drei Landkreisen aushalten und darüber hinaus die Sorge um die Gesundheit der Mitarbeitenden. Im Hause Elektro Nothwang hat die breite Teststrategie klassisch versagt.

Was macht ein falsch positiver Test mit den Menschen? Diese Frage stellte zum Beispiel Tobias Ruge in die Runde. Die Angst vor einem positiven Ergebnis scheint tatsächlich dazu zu führen, dass die Angebote der Unternehmen in der Mitarbeiterschaft teilweise so wenig nachgefragt werden. Auch ein Aspekt, der an diesem Abend diskutiert wurde und durchaus Bestätigung fand.

Ein Punkt konnte an diesem Abend positiv geklärt werden, nämlich die Gültigkeit der betrieblichen negativen Testbescheide auch für andere Zwecke. Dies konnte in der neuen Coronaordnung geklärt werden, nachdem sich auch der BDS dafür stark gemacht hat. Eine Vorlage findet sich auch auf der Corona-Seite des Landesverbandes.

Zu vielen Punkten gab es beim ersten #bdskontrovers Übereinstimmung unter den Teilnehmern. Eigentlich schade, fand Präsident Jan Dietz, liegt doch genau in einer kontroversen Diskussion. “Demokratie lebt durch die Diskussion und so freuen wir uns auch bei den nächsten Treffen auf Mitglieder, die einen anderen Blick auf die Dinge haben.”

Denn in einem waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Abends einig: Es braucht den BDS, der mit deutlicher Stimme die aktuelle Coronapolitik kritisiert und vor allem auf Unzulänglichkeiten hinweist, die die ohnehin betroffenen Unternehmen noch weiter belasten. So stellte Georg Ringer in seinem Diskussionsbeitrag eine klare Forderung: Wenn eine breite Teststrategie von der Politik gewollt ist, dann möge sie auch dafür zahlen. Eine Organisation über die vielen Testzentren erscheint ihm die sicherste Variante, um die Anzahl der Falschtests so gering wie möglich zu halten.  Zudem müssen endlich die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Erstattungen zum Beispiel bei Quarantäne schneller bei den Unternehmen ankommen.

Im Fazit bemängelt BDS-Präsident Jan Dietz die Ignoranz der Politik gegenüber den kleinen Unternehmern und Selbständigen. Er wünscht sich in Zukunft einen offenen Austausch, der auf Fakten basiert und mehr Vertrauen in die Bürger und ihre Selbstverantwortung zeigt. Wir danken allen Teilnehmern und freuen uns auf zukünftige Veranstaltungen.

Sie haben einen Themenvorschlag für unsere nächsten #bds-kontrovers Veranstaltung? Melden Sie sich gerne bei uns unter: info@bds-bw.de.

Foto: Mirko Lehnen, Fotograf

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