BDS-Kurzumfrage: Die Unzufriedenheit steigt

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In der aktuellen Kurzumfrage des BDS Baden-Württemberg wurden die baden-württembergischen Unternehmer zu den neuesten Öffnungsschritten in der Corona-Krise und zu ihrer Einschätzung der Arbeit der Landes- und Bundesregierung befragt.

Von den teilnehmenden Unternehmen, welche zum Großteil aus dem Handel, dem Handwerk und der Dienstleistungsbranche stammen, sind 45,2 Prozent von den Schließungen seit November bzw. Dezember betroffen. Von diesen betroffenen Unternehmern bewerten mehr als die Hälfte die aktuellen Öffnungsschritte als schlecht (30,3 Prozent) oder sogar sehr schlecht (26,0 Prozent). Lediglich 16 Prozent sehen die Öffnungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen auf das eigene Unternehmen als positiv an. Auch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Öffnungsschritte werden von den baden-württembergischen Unternehmern eher negativ bewertet. So schätzen 36,6 Prozent der Umfrageteilnehmer die Auswirkungen als mittelmäßig ein, 37,2 Prozent schätzen sie als schlecht ein und 16,7 Prozent als sehr schlecht.

Bettina Schmauder: „Die aktuellen Öffnungsschritte sind realitätsfern und viel zu komplex. Sie bieten auch weiterhin keine Planungssicherheit für Unternehmen. Es wäre wünschenswert, wenn bestehende Hygienekonzepte, Schnell- und Selbsttests, Luftreiniger und die Möglichkeiten der Kontaktnachverfolgung stärker beachtet werden und es dadurch Unternehmern ermöglicht wird ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.“

Neben den Öffnungsschritten wurden die Unternehmer auch zur Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Bereitstellung von Selbst- und Schnelltests befragt. Knapp 45 Prozent der Befragten gaben an sich an einer solchen Selbstverpflichtung, auf eigene Kosten, zu beteiligen. Betrachtet man den Umstand, dass durch eine solche Selbstverpflichtung die Personalkosten um bis zu fünf Prozent steigen, ist dies ein beachtlicher Wert.

Auch die Zufriedenheitswerte der BDS-Mitglieder mit der Arbeit der Landes- und Bundesregierung nehmen immer weiter ab. Wurden die Landes- bzw. Bundesregierung in unserer letzten Umfrage Mitte Januar noch mit einer 4 (Landesregierung) und einer 4,1 (Bundesregierung), sanken die Noten in der aktuellen Umfrage auf 4,4 bzw. 4,7. Lediglich die kommunale Verwaltung bleiben stabil bei einer 3,5.

Jan Dietz: „Sowohl die Landes- als auch Bundesregierung verspielen in den letzten Monaten immer mehr das Vertrauen und die Anerkennung für das gute Krisenmanagement im Frühjahr 2020. Es fehlt weiterhin an einer langfristigen Strategie, die aufgrund der aufkommenden Mutationen immer wichtiger wird. Auch die großangekündigten Hilfen und Unterstützungsprogramme helfen nicht um die Stimmung bei den Unternehmern zu heben. Insbesondere wenn es dann auch noch zu Pannen kommt wie dem abermaligen Betrug bei der Überbrückungshilfe und den November- bzw. Dezemberhilfen und die Abschlagszahlungen für knapp eine Woche gestoppt werden.“

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