BDS-Landesverband fordert: Zweiten Lockdown unbedingt verhindern

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Stuttgart. Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg (BDS) hat seine Mitglieder zu einem möglichen zweiten Corona-Lockdown und dessen wirtschaftliche Auswirkungen befragt. Die Kurzumfrage fand vom 7. bis 12. August 2020 statt. „Ein zweiter Lockdown hätte unabsehbare Folgen für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg, die auch weitere Sofort- und Überbrückungshilfen nicht abfedern könnten“, warnte BDS-Landesverbandspräsident Günther Hieber.

Günther Hieber
Günther Hieber,
Präsident des BDS Landesverbands

 

97 Prozent der BDS-Mitglieder befürchten negative Folgen für die wirtschaftliche Gesamtsituation in Deutschland bei einem zweiten Lockdown. Dabei bangen 84 Prozent der Befragten zusätzlich um die wirtschaftliche Situation ihres eigenen Unternehmens. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer sehen die Existenz des eigenen Betriebs bedroht – darunter 60 Prozent Einzelhändler und 80 Prozent Gastronomen.

„Bedenkt man, dass 99 Prozent aller Betriebe in Deutschland zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) zählen mit höchstens 249 Beschäftigten und maximalem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro, diese knapp 58 Prozent aller sozialversicherungspflichten Jobs bereitstellen und mehr als 2,2 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, dann hätte ein zweiter Lockdown auch massive negative Folgen für die baden-württembergische und deutsche Wirtschaft“, erklärte Hieber. Daher sei ein zweiter Lockdown in den nächsten Tagen und Wochen unbedingt zu verhindern.

BDS-Landesverbandspräsident Hieber mahnte außerdem: „Einerseits müssen Abstands- und Hygieneregeln konsequent durchgeführt und eingehalten werden. Andererseits haben sich die Gesundheits- und Landratsämter so vorzubereiten, dass bei einem regionalen Ausbruch auch nur ein regionaler Lockdown nötig wäre.“

Insgesamt zeigten sich die Selbständigen im baden-württembergischen BDS derzeit noch zuversichtlich: So erwarten 45 Prozent keinen zweiten Lockdown, knapp 30 Prozent sind noch unentschieden und 23 Prozent befürchten einen zweiten Lockdown.

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