„Zeit für Klarheit. Wirtschaft trifft Politik“ – Unternehmer diskutieren in Stuttgart mit Spitzen der Landtagsfraktionen
Rund 50 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen am Montagabend (02.03.2026) zur gemeinsamen Town-Hall-Veranstaltung von DIE FAMILIENUNTERNEHMER Baden-Württemberg und dem Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e. V. in den Württemberger Automobilclub in Stuttgart. Unter dem Motto „Zeit für Klarheit. Wirtschaft trifft Politik – Offener Dialog zur Landtagswahl“ diskutierten sie mit den wirtschaftspolitischen Köpfen der Landtagsfraktionen über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg.
Nach der Begrüßung durch Isabel Grupp-Kofler, Landesvorsitzende von DIE JUNGEN UNTERNEHMER, führte Robin Morgenstern, Landesvorsitzender von DIE FAMILIENUNTERNEHMER in Baden-Württemberg, in den Abend ein. Anschließend stellten sich Tobias Vogt MdL (CDU), Prof. Dr. Erik Schweickert MdL (FDP), Dr. Boris Weirauch MdL (SPD) und Tayfun Tok MdL (GRÜNE) den Fragen der Unternehmerinnen und Unternehmer zu Steuerpolitik, Bürokratie, Digitalisierung, Bildungsreformen und Standortstrategie. Den Abschluss bildete ein Schlusswort von Jan Dietz, Präsident des Bund der Selbständigen Baden-Württemberg.
Ein zentraler Kritikpunkt der Unternehmen ist die ausufernde Bürokratie. Als praxisnahes, aktuelles Beispiel wurde das Gesetz zur Rückzahlung der Corona-Soforthilfen angeführt. Doch nicht nur punktuelle Maßnahmen, auch die dauerhaften Belastungen durch komplexe Berichtspflichten und umfangreiche statistische Meldungen binden nach Ansicht der Teilnehmenden wertvolle Ressourcen, die den Unternehmen für ihr Kerngeschäft fehlen.
Im Verlauf der Town Hall wurden auch die fehlenden Investitionen in die Infrastruktur, der Umgang mit Förderprogrammen, das Verbandsklagerecht und das Thema Bürgerbeteiligung, die Zielsetzungen für die Bildungspolitik sowie die fehlende Vertrauenskultur Unternehmern gegenüber intensiv diskutiert. Hierbei wurden die Differenzen zwischen den parteipolitischen Positionen deutlich.
In einem Punkt herrschte in der Diskussionsrunde über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit in einem Punkt: Baden-Württemberg muss auch in Zukunft ein starker und wettbewerbsfähiger Industriestandort bleiben. Die Debatte verdeutlichte jedoch, dass über den richtigen Weg dorthin – insbesondere beim Abbau von Hemmnissen für den Mittelstand – weiterhin tiefgreifender politischer Klärungsbedarf besteht.
Textquellen: www.familienunternehmer.eu, Der Staatsanzeiger
Bilder: Thomas Kiehl; BDSBW

