Landtagswahl als wirtschaftspolitische Richtungsentscheidung
Zum Start des neuen Jahres zeigt das BDS-Stimmungsbarometer zum Jahresende 2025* ein realistisches, zugleich konstruktives Bild der Lage der baden-württembergischen kleinen und mittleren Unternehmen. 27 Prozent der teilnehmenden Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 42 Prozent als befriedigend und 31 Prozent als schlecht. Trotz dieser angespannten Einschätzung formulieren viele Betriebe klare Erwartungen und Lösungsansätze für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts.
Breite Beteiligung aus dem Kern der kleinen und mittleren Unternehmen
An der Umfrage beteiligten sich BDS-Mitgliedsunternehmen aus ganz Baden-Württemberg. Rund 70 Prozent stammen aus Handel, Handwerk und dem Dienstleistungssektor, ergänzt durch Industrie- und Bauunternehmen. Die Struktur ist klar mittelständisch geprägt: Über 60 Prozent der Betriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende, weitere rund 30 Prozent zwischen 10 und 49 Beschäftigte. Damit basiert das Stimmungsbarometer überwiegend auf den Einschätzungen kleiner und mittlerer Betriebe, die das Rückgrat der baden-württembergischen Wirtschaft bilden.
Beschäftigung weitgehend stabil – Investitionen an Bedingungen geknüpft
Trotz der angespannten Lage berichten rund zwei Drittel der Unternehmen von stabilen Beschäftigtenzahlen in den vergangenen zwölf Monaten. Für die kommenden Monate rechnen 65 Prozent mit gleichbleibender Mitarbeiterzahl, während jeweils rund 11 Prozent einen Aufbau und 24 Prozent einen Abbau erwarten. Bei den Investitionen zeigen sich die Betriebe zurückhaltend: Über 50 Prozent rechnen mit sinkenden Investitionen, nur knapp 10 Prozent mit steigenden.
Wirtschaftslage Deutschlands belastet Entscheidungen
Die wirtschaftliche Lage Deutschlands bewerten rund 80 Prozent der Befragten als schlecht, lediglich 2 Prozent als gut. Auch der Blick nach vorne bleibt skeptisch: 70 Prozent erwarten für die kommenden sechs Monate eine weitere Verschlechterung. Entsprechend groß ist die Sorge um den Standort – knapp 80 Prozent der Unternehmen sehen die Gefahr einer Deindustrialisierung.
Klare Herausforderungen – klare Handlungsfelder
Als größte Herausforderungen nennen die Unternehmen vor allem den Bürokratismus (rund 70 Prozent), die hohe Abgabenlast (über 40 Prozent) sowie steigende Lohnkosten (rund 40 Prozent). Der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema: 68 Prozent der Betriebe geben an, Probleme bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender zu haben; bei Auszubildenden berichten über 50 Prozent von erheblichen Rekrutierungsschwierigkeiten.
Zugleich zeigt die Umfrage, dass die Betriebe genau wissen, wo angesetzt werden muss. Forderungen nach Bürokratieabbau, einer leistungsfähigen Infrastruktur, fairen Abgabenstrukturen und einer vorausschauenden Standortpolitik ziehen sich wie ein roter Faden durch die Ergebnisse.
Landtagswahl als wirtschaftspolitische Richtungsentscheidung
Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg messen viele Unternehmen wirtschaftspolitischen Themen eine hohe Bedeutung bei. 73 Prozent nennen den Bürokratieabbau als eines der dringendsten politischen Handlungsfelder, gefolgt von Unternehmenssteuern und -abgaben (36 Prozent) sowie Fachkräftesicherung (29 Prozent). Die Standortpolitik von Landes- und Bundesregierung bewerten die meisten Betriebe mit „ausreichend“ bis „mangelhaft“.
BDS BW: Klare Erwartungen an die Politik
Der BDS Baden-Württemberg versteht das Stimmungsbarometer als konstruktiven Auftrag an die Politik. Trotz der kritischen Lage zeigen die Ergebnisse: Der Mittelstand ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sie verbinden damit die Erwartung, dass wirtschaftliche Vernunft, Entlastung und Planungssicherheit im politischen Wettbewerb zur Landtagswahl eine zentrale Rolle spielen.
„Die Selbständigen, die kleinen und mittleren Unternehmen sind bereit, die Ärmel hochzukrempeln und Verantwortung zu übernehmen. Aber es kann nicht sein, dass die Betriebe allein die Last tragen. Jetzt muss jeder seinen Beitrag leisten – und dazu gehört ganz klar auch die Politik“, erklärt Bettina Schmauder, Präsidentin des BDS Baden-Württemberg. „Die Landtagswahl 2026 ist eine Richtungsentscheidung für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Jetzt gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Baden-Württemberg ein starker, innovativer und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort bleibt.“
Zur Landtagswahl 2026 hat der Verband deshalb eine Synopse1 mit seinen zentralen wirtschaftspolitischen Forderungen sowie eine Gegenüberstellung der wirtschaftsrelevanten Positionen der Parteien erarbeitet. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und eine sachliche Grundlage für die politische Entscheidungsfindung im Sinne der KMU zu liefern.
*BDS-Stimmungsbarometer: Zeitraum vom 11.12. – 18.12.2025, 143 Teilnehmer
1 Synopse zur Landtagswahl 2026: https://bds-bw.de/synopse-landtagswahl-2026/

