Fachkräfte-Allianz setzt sich neue Ziele - Günther Hieber unterschreibt für den BDS

Die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg hat unter dem erstmaligen Vorsitz von Wirtschafts- und Arbeitsministerin Hoffmeister-Kraut ihre Ziele für die Zeit ab dem Jahr 2017 neu bestimmt.

„Die Fachkräfteallianz passt ihre Ziele drei großen Herausforderungen an: Das sind die Digitalisierung der Wirtschaft, die steigende Zahl an Pflegebedürftigen und die Flüchtlingsmigration“, erklärte die Ministerin am Montag, 10. Oktober 2016 in Stuttgart. Für den BDS-Landesverband hat Präsident Günther Hieber den Vertrag unterschrieben. „Es ist wichtig, dass wir in diesen zentralen Fragen der Zukunft zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. Nur so können die Probleme der kleineren und mittleren Unternehmen angegangen und gelöst werden“, betonte Hieber.
„Aufgrund der Digitalisierung werden sich die Arbeitsanforderungen in den Unternehmen und die Qualifikationen der Beschäftigten massiv verändern. Vor allem die Bedeutung des technischen Fachwissens und der Online-Kompetenzen wird deutlich zunehmen“, betonte die Ministerin. Bereits aktuell gebe es einen erheblichen Fachkräftemangel in den für die Digitalisierung besonders wichtigen Berufen Informatiker und Elektroingenieur. In diesen Mangelberufen kommen auf einen Arbeitslosen bis zu vier offene Stellen. Von einem Fachkräftemangel wird dann gesprochen, wenn in einem Beruf auf einen Arbeitslosen mehr als eine offene Stelle kommt.
„Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilhabe von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Leben ist deren Integration in den Arbeitsmarkt“, so Hoffmeister-Kraut. Gleichzeitig könnten Flüchtlinge mittelfristig einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten. Für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration seien eine Ausbildung, die Weiterqualifizierung von Flüchtlingen, die als Helfer arbeiten, und die Qualifizierung von Flüchtlingen in der Arbeitslosigkeit notwendig. Dies müsse für alle un- und angelernten Personen gelten, denn mehr als 50 Prozent aller Arbeitslosen sind bereits derzeit ohne Berufsabschluss, so die Ministerin.
           
Die Ziele der Fachkräfteallianz sind:

•    Die berufliche Ausbildung stärken. Die Behandlung dieses Themas erfolgt wie bisher im Rahmen des Ausbildungsbündnisses  
•    Die berufliche Weiterbildung kontinuierlich ausbauen
•    Die Beschäftigung von Frauen erhöhen
•    Die Beschäftigung von älteren Personen steigern
•    Die Inklusion von Menschen mit Behinderung stärken
•    Die Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern
•    An- und ungelernte Personen zu Fachkräften qualifizieren  
•    Geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren
•    Die Zahl der Fachkräfte in den technischen Berufen erhöhen
•    Die Zahl der Fachkräfte in der Pflege steigern
•    Das Fachkräftepotenzial von langzeitarbeitslosen Menschen erschließen
•    Mehr Vollzeitstellen
•    Gezielt internationale Fachkräfte gewinnen

In der Fachkräfteallianz sind 40 Partner vertreten. Das sind die Wirtschaftsorganisationen, die Gewerkschaften, die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, die kommunalen Landesverbände, die Pflegeorganisationen, die regionalen Wirtschaftsfördergesellschaften, der Landesfrauenrat und das Land.

Foto: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

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