Erste Ethik Society Member-Lounge

Wie verbindet sich erfolgreiches Management mittelständischer Firmen mit ethischer Gesamtverantwortung, Integrität und Nachhaltigkeit?

Bei der ersten Ethik Society Member-Lounge am Donnerstagabend, 4. Februar 2016, ging es um die Erörterung dieser Thematik und um das Netzwerken der Mitglieder der Ethik Society untereinander. Gastgeber war das renommierte und erfolgreiche Unternehmen H. P. Kaysser GmbH + Co.KG in Leutenbach-Nellmersbach. „Die Firma ist Mitglied der Plattform wegen ihres Konzeptes der LernFabrik“, erläuterte Jürgen Linsenmaier, Gründer der Ethik Society und Organisator der Veranstaltung.
Der Bund der Selbständigen (BDS) engagiert sich als Supporter des ethischen Netzwerks. „Wir vom BDS unterstützen die Ethik Society gerne, weil gerade in mittelständischen Unternehmen Fürsorge, Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Mitarbeiter, Kunden und die Gesellschaft keine Floskeln sind. Es ist wichtig, ethische Maßstäbe auch in konsequentes Handeln umzusetzen“, betonte Günther Hieber, Präsident des BDS Bundes- und Landesverband Baden-Württemberg.
Zunächst kamen die rund 20 Besucher in den Genuss einer interessanten Führung durch die Produktionshallen der H. P. Kaysser GmbH + Co. KG, die zu den Führenden für industrielles Outsourcing im Bereich der Blechbearbeitung und der mechanischen Fertigung zählt. Thomas Kaysser, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, erklärte: „Wir sind seit 70 Jahren ein reiner Dienstleister für über 30 Branchen. Wir machen Metallprodukte für zahlreiche weltbekannte Kunden in Vorproduktion.“ Das Unternehmen beschäftigt rund 370 Mitarbeiter in drei Generationen. „Wir stellen uns dem Spannungsfeld zwischen der Erfüllung der Kundenwünsche und der Beibehaltung und Wahrung der Menschlichkeit“, so Thomas Kaysser weiter. Die Besucher konnten sehen, wie mit einem hoch automatisierten Maschinenpark unterschiedlichste Metalle wie Stahl, Edelstahl oder Aluminium bearbeitet werden. Von Laserschneid- und Schweißtechnologien über Zerspanungstechnik und Baugruppenmontage bis hin zu einer eigenen Pulverbeschichtungsanlage, sämtliche Systemlösungen in Metall werden angeboten.
In der LernFabrik des Familienunternehmens legen Azubis selbst Hand an, sie arbeiten nicht nur zu. Für kleine Kunden erarbeiten die rund 25 Auszubildenden zusammen mit ihren Meistern komplette Systemlösungen von der Auftragsannahme über die Bearbeitung bis hin zur Kalkulation und Auslieferung. Auch wenn der Schwerpunkt natürlich auf der Ausbildung liegt, lernen die Jugendlichen hier schon mit 16 Jahren, was Eigenverantwortung heißt. „Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, kämpfen wir um jeden, der eine Lehre machen möchte“, sagte Kaysser und fuhr fort: „Man muss die Motivation umdrehen, sonst bekommt man keinen mehr hinter eine Werkbank. Die Jugendlichen bekommen bei uns die allerneueste Technik und werden direkt zu den kleinen Kunden geschickt. Das motiviert sie!“
In seinem anschließenden Vortrag „Mit Werten in Führung gehen“ zeigte Prof. Dr. Jörg Knoblauch, geschäftsführender Gesellschafter der tempus-Unternehmensgruppe, anhand seiner Wertepyramide die Unterschiede im Wertemanagement von Firmen auf. „Ganz oben stehen die Unternehmen, die Werte wir Ehrlichkeit, Fairness, Rücksichtnahme usw. kompromisslos leben“, so Prof. Dr. Knoblauch. Ganz unten stehen Firmen, in denen Werte niemals thematisiert werden. Er erklärte, wie sein Unternehmen tempus consulting sich an christlichen Werten ausrichtet und wie sich Leistungsbeurteilungsbögen für Chefs, 1-Minuten-Lobs, Wertekärtchen und ein speziell entwickeltes Einstellungsprogramm auf die Stimmung im Unternehmen positiv auswirken.
Mit der Aufnahme von Unternehmern in die Ethik Society möchte der Marketingprofi und Unternehmer Jürgen Linsenmaier Menschen auszeichnen, die eine gesellschaftliche Gesamtverantwortung für sich erkennen, danach handeln und daraus entsprechende Zielsetzungen für sich und ihr Unternehmen ableiten. Es ist keine einfache Mitgliedschaft, die Firmen werden ausgesucht und ausgezeichnet, wenn sie den Kriterien der Ethik Society entsprechen. Die Ethik Society ist eine Plattform, die es ermöglicht, sich untereinander auszutauschen und damit einen enormen Lern- und Praxiseffekt zu erzielen. „Seit wir vor einem Jahr gestartet sind, hat sich einiges getan. Wir haben unter anderem ein Standpunktepapier entwickelt, das bereits mehr als 750 Mal heruntergeladen wurde. In diesem Jahr ist das Ziel, von derzeit 25 auf 50 Mitgliedsunternehmen zu kommen: Gemeinsam können wir mehr bewegen und auch öffentlichkeitswirksamer werden“, betonte Jürgen Linsenmaier und sagte abschließend: „Wir möchten unser Thema weiter voran bringen. Nachhaltig und ethisch handeln ist die Zukunft. Langfristig können Unternehmen nur überleben, wenn sie so handeln, davon bin ich überzeugt!“ Beim anschließenden Imbiss konnten sich die Besucher untereinander austauschen und vom gegenseitigen Erfahrungsschatz profitieren.

Weitere Informationen zur Ethik Society finden Sie unter: www.ethik-society.comhttp://www.ethik-society.com

Fotos unten und Vorschaubild: Heiko Potthoff


 









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