Lokale Pressearbeit

Firmeninformationen richtig vermitteln

Viele Selbständige scheuen Pressearbeit und den Kontakt zu Journalisten. Ein Fehler:
Denn seriöse Pressearbeit oder auch Public Relations verschafft Selbständigen mehr Aufmerksamkeit – im Idealfall auch für ihre Produkte und Dienstleistungen. Mit einem passenden und aktuellen Pressethema und dem Anruf in der Redaktion zur rechten Zeit (zum Beispiel im so genannten "Sommerloch" können Selbständige mit wenig Aufwand viel erreichen. Einige Grundregeln sind dabei allerdings zu beachten.

Lokaljournalisten und Selbständige sitzen im selben Boot. Journalisten interessieren sich oftmals für Informationen aus den Firmen, Selbständige möchten in vielen Fällen Informationen öffentlich machen. Erfahrungsgemäß kommt es beim Austausch von Informationen – einem wesentlichen Bestandteil von Pressearbeit – gelegentlich zu Missverständnissen. Dennoch: Richtig verstanden kann sich lokale Pressearbeit für Selbständige lohnen:

  • Erstens: Presseberichte sind wesentlich glaubwürdiger als Werbebotschaften auf den Anzeigenseiten.
  • Zweitens: Berichte in den lokalen Medien (Tageszeitung, lokaler Rundfunk) erhöhen die Bekanntheit und gegebenenfalls das Image ihrer Firma.
  • Drittens: Man bringt sich bei den Redaktionen als seriöser Ansprechpartner ins Gespräch, was künftige Kontakte in die Redaktionen erleichtert.

Pressearbeit: „Kein Rauch ohne Feuer“
Zwischen Informationsbedürfnis von Journalisten und möglichem Informationsangebot auf Seiten der Selbständigen liegt der Transfer der Information. Im Gegensatz zu bezahlten Werbebotschaften (Anzeigen in Tageszeitungen oder Anzeigenblättern, Direkt- oder Großflächenwerbung, Hörfunk-Spots, Mailings etc.) entscheiden bei diesem Informationstransfer die Faktoren Aktualität, regionaler Bezug und Objektivität (keine Werbung).

„Kein Rauch ohne Feuer“ lautet einer der wesentlichen PR-Grundsätze. Das heißt: Man sucht dann den Kontakt zu Lokalredaktionen, wenn man einen interessanten und aktuellen Aufhänger hat bzw. ein Thema liefern kann.

Solche Aufhänger können unter anderem sein:

  • Geschäftseröffnung
  • Geschäftserweiterung/Investitionen
  • Jubiläen von langjährigen Mitarbeitern, der Firma
  • karitative Aktionen
  • Sponsoring
  • die Firma als Ausbildungsbetrieb
  • der Tag der offenen Tür
  • interessante Berufsbilder in der Firma
  • Schülerpraktika oder berufsbegleitende Praktika
  • öffentliche Veranstaltungen in den Geschäftsräumen
  • Umweltschutzmaßnahmen im Betrieb
  • Besuch von ausländischen Gästen (z.B. Geschäftspartnern)
  • die Auszeichnung mit einem Unternehmerpreis
  • das Herausbringen eines besonders innvoativen neuen Produkts auf den Markt

Selbständige werden in ihrem Tagesgeschäft mit den Folgen von Gesetzesänderungen bzw. neuen Regelungen konfrontiert. Neue Rechtslagen, die unmittelbare Auswirkung auf das betriebliche Innenleben haben, sind für die Lokalpresse meistens von Interesse (z.B. die Änderung von Bürokratieerschwernisse, Ladenöffnungszeiten, Tarifabschlüsse, steuerliche Aspekte). Denn in den Redaktionen lautet die Frage in den morgendlichen Konferenzen oft: Was bedeuten neue Regelungen konkret für örtliche Firmen?

Spielregeln beachten
Wenn in Ihrer Firma ein aktueller Aufhänger bzw. interessantes Thema vorliegt, dann sollten Sie den direkten Kontakt zu den lokalen Medien suchen – am besten ein telefonisches Vorabgespräch mit der Redaktion.

Beim Kontakt mit lokalen Medien gilt es einige „Spielregeln“ zu beachten.
Erstens: der Zeitpunkt des Anrufes: Morgens um 9 erreichen Sie in der Redaktion höchstens das Sekretariat. Der Arbeitstag von Journalisten beginnt mit der Redaktionskonferenz ab 10 Uhr. Beste Anrufzeit ist zwischen 11 und 12 Uhr. Am Nachmittag nehmen Redakteure meistens Termine wahr oder schreiben ihre Artikel.
Zweitens: Vermeiden Sie im Gespräch Sätze wie „Ich bin Anzeigenkunde bei Ihnen.“ Denn Sie sprechen mit Redakteuren und nicht mit der Anzeigenabteilung. Und: Redakteure entscheiden über die Attraktivität Ihres Themas und nicht die Anzeigenabteilung. Der Schlüsselsatz im Gespräch mit den Lokalmedien lautet vielmehr: „Ich wollte Sie fragen, ob das Thema XY für Sie von Interesse ist“. Heben Sie speziell die räumliche Nähe und Aktualität, das Besondere hervor.
Drittens: In Zeitungs- und Radioredaktionen herrscht ständiger Zeitdruck. Denn das Produkt – die Zeitung – muss am Abend druckfertig sein. Lassen Sie sich von kurz angebundenen Redakteuren nicht abschrecken. Der vor diesem Hintergrund oft geäußerten Bitte nach der Zusendung von Pressematerial sollten Sie nachkommen. Die erste Hürde haben Sie damit genommen.

Die Presseinformation:
Grundlegende Tipps

Der Anruf in der Redaktion ist erfolgt. Wie geht es jetzt weiter? Die Lokalredaktion hat Ihnen bereits positive Anhaltspunkte gegeben. Entweder ein Redaktionsmitglied möchte sich über Ihr Thema vor Ort weiter erkundigen oder Sie sollen Presseunterlagen schicken. Das kann eine Presseinformation sein.

Eine Presseinformation bietet generell folgende Vorteile:

  1. Sie erreicht die Redaktion auf dem kürzesten Weg.
  2. Im Gegensatz zu telefonischen oder persönlichen Gesprächen kommt es seltener zu Missverständnissen. Zudem bleiben gelesene Informationen länger im Gedächtnis als gehörte Worte.
  3. Das Erstellen einer Presseinformation ist organisatorisch und finanziell wenig aufwändig. Sie wird recherchiert, getextet, in Form gebracht und per Fax an die Lokalpresse geschickt.
  4. Das Veröffentlichungen einer Presseinformation kostet grundsätzlich kein Geld – im Gegensatz zur Werbeanzeige.

Allerdings gibt es keinen Anspruch, dass von Ihrer Firma freiwillig bereit gestellte Informationen von den Journalisten berücksichtigt oder veröffentlicht werden.

Je besser der formale Rahmen der Pressemitteilung allerdings ist, desto höher ist die Aufmerksamkeit des Journalisten. Deshalb gelten die folgenden Grundsätze:

  • Pressemitteilungen nicht länger als zwei DIN A 4-Seiten
  • Weißen Briefbogen verwenden (zum Beispiel Seite-2-Geschäftspapier) und „Pressemitteilung“ vermerken
  • Breiten Korrekturrand lassen (4 cm Minimum).
  • Datum und Ort angeben
  • Zeilenabstand anderthalb oder zweizeilig
  • Schriftgröße mindestens 12 Punkt
  • Leserliche Schriftart verwenden (z.B. Arial)
  • Keine Abkürzungen verwenden
  • Am Ende der Pressemitteilung Ansprechpartner (für Rückfragen) und Telefonnummer angeben

Inhaltlich heißt die Devise: Sachlich bleiben und schreiben, denn es geht nicht um Anzeigentexte. Das bedeutet, dass in der Pressemitteilung auch keine werblichen Adjektive wie „einzigartig“, „fantastisch“, „sensationell“ etc. verwendet werden sollen. Formulieren Sie kurze, klare Hauptsätze und vermeiden Sie Schachtelsätze. Fremdwörter, Fachausdrücke und abstrakte Begriffe sollten Sie im Text nicht verwenden. Je kürzer und inhaltsreicher ein Bericht ist, um so eher wird er abgedruckt. Bei der ersten Nennung von Personen den Vornamen möglichst mit erwähnen und Herr oder Frau weglassen. Das Wort „Herr“ vor Namen gibt es im journalistischen Sprachgebrau nicht. Die Pressemitteilung soll als Einleitung Antworten auf die sechs W-Fragen geben: Wer (Um welche Firma/ welche Produkt geht es), Wo (Ort), Wann (Zeitpunkt), Was (um welches Ereignis geht es), Wie und Warum (Gründe).

BDS-Orts- und Kreisebene einbeziehen
Bei Themen, die sehr vielschichtig sind –gerade überregionale rechtliche und politische Sachverhalte - können die Orts- und Kreisebene des BDS als Mittler fungieren und die Anliegen der Mitglieder bündeln. In diesem Fall bietet sich an, ein örtliches Pressegespräch zu initiieren.

Seriosität und das Beachten der beschriebenen Spielregeln sind das A und O beim Umgang mit den lokalen Medien. Wer mit seiner Firma in den Medien positiv Erwähnung findet, der erzielt nicht nur kurzfristig mehr Aufmerksamkeit. Durch Berichte in den lokalen Medien und durch Öffentlichkeitsarbeit können Selbständige ihren Betrieb als kompetent und kundenfreundlich ausweisen. Daraus ergeben sich wiederum positive Effekte nach innen und außen: auf Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter.

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