Winterdienst und Kosten für Unfall durch Schnee steuerlich absetzbar

Wer als Grundstückseigentümer, Vermieter oder Mieter seine Winterdienstpflichten an ein entsprechendes Unternehmen abtritt, kann diese Kosten in der Einkommensteuer steuermindernd geltend machen. Laut Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg (Az. 13 K 1328/10), das sich zunächst nur auf entsprechende Arbeiten auf dem privaten Gelände bezieht, handelt es sich dabei um eine haushaltsnahe Dienstleistung.

Hinsichtlich der steuerlichen Berücksichtigung von Kosten zur Schneeräumung auf einem sich vor dem Haus befindlichen öffentlichen Gehweg ist beim Bundesfinanzhof derzeit noch ein Verfahren anhängig (VI R 55/12). Der Bund der Steuerzahler empfiehlt, auch diese Kosten unter Berufung auf das noch ausstehende Urteil des BFH in der Steuererklärung anzusetzen. Dazu einzureichen sind eine entsprechende Rechnung des Dienstleisters und der Nachweis über den Eingang des Zahlungsbetrages auf dessen Konto. Lehnt das Finanzamt die steuerliche Berücksichtigung ab, empfiehlt der Bund der Steuerzahler, Einspruch gegen den Steuerbescheid einzulegen und das Ruhen des Verfahrens mit dem Hinweis auf das BGH-Verfahren zu beantragen.

Wer allerdings aufgrund des Winterwetters einen Unfall verursacht, kann die Unfallkosten als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um eine berufsbedingte Fahrt gehandelt hat und kein Umweg aus privaten Gründen erfolgt ist. Vorzulegen sind alle entsprechenden Belege. Steuerlich abgesetzt werden können die Reparatur des eigenen Autos sowie des Wagens des Unfallgegners, sofern diese nicht diese nicht von der eigenen Versicherung übernommen wird. Dies wäre der Fall, wenn der Versicherte auf die Kostenerstattung durch seine Versicherung verzichtet. Weiterhin von der Steuer absetzbar können dann auch eine Wertminderung des Autos bei Verzicht auf Reparatur des Schadens, Aufwendungen für Schadensbeseitigung an Gepäck und Kleidung, Taxikosten und Telefongebühren, Kosten für einen Abschleppwagen, Gebühren für einen Mietwagen, Kosten für Sachverständige, Anwalt oder Gerichtsgebühren und sogar Zinsen für den Fall, dass ein Kredit zum Begleichen der Unfallrechnungen aufgenommen werden muss, sein.

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