Netzwerken analog und virtuell

Über 400 Besucher kamen am Dienstagabend zum vierten Netzwerktag der Region Stuttgart in die Schwabenlandhalle. Während Dominik Kuhn, alias Dodokay, die Selbstständigen mit seinem Vortrag über Virales Marketing mit schwäbischen Synchronisierungen von Darth Vader und Barack Obama begeisterte, stand danach das klassisch analoge Netzwerken im Mittelpunkt der vom Bund der Selbständigen, BNI, Stuttgart BC und 12 weiteren Unternehmernetzwerken unter der Schirmherrschaft der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart organisierten Veranstaltung.

Dominik Kuhn erklärt das Verhalten von Digital Natives
Dominik Kuhn erklärt das Verhalten von Digital Natives: „Warum hat die Soe 400 Bilder auf Facebook, auf denen sie auf jedem einzelnen zu sehen ist?“

„Warum funktioniert die Internet-Kiste“, umriss Kuhn im umgangssprachlich schwäbischen Dialekt gleich zu Beginn das Thema seines Vortrages. Die Antwort hatte der Internetexperte den unter der Schirmherrschaft der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart zusammengekommenen Netzwerkern mit seinem Begrüßungseinspieler, einer extra für den Abend neu synchronisierte schwäbische Starwars-Version, schon selbst geliefert. Doch der 60-minütige Blick ins menschliche Gehirn allgemein (Warum postet jemand: „Hey ich esse eine Bratwurst“) und der „Digital Natives“ im Besonderen („Warum hat die Soe 400 Bilder auf Facebook, auf denen sie auf jedem einzelnen zu sehen ist“) war für die Zuhörer lehrreich und unterhaltsam zugleich.

Dominik Kuhn mit seiner Syncronisation von Obama in Berlin
Dominik Kuhn mit seiner Synchronisation von Barack Obama in Berlin

Während man klassischer Werbung eher ausweichen wolle, werde Viralwerbung auf Empfehlung von Freunden gerne an weitere Freunde weitergeleitet. „Der Mensch will emotionale Erlebnisse teilen“, erklärte Kuhn das auf soziale Interaktion getrimmte Gehirn. Doch das Ganze funktioniere nur, wenn etwas auch weitersagenswert ist. „Es muss hipp sein“, gab der der ehemalige Radiomoderator denjenigen Unternehmern, die über eigene Viralkampagnen nachdenken, auf den Weg. Diese funktionierten mit unterschiedlichen Schlüsselreizen. Schock, Angst, Humor, Sex, Mystizismus oder Scham seien die besten „Trigger“, erklärte der Filmregisseur und zeigte zur Freude der Zuschauer zu jedem der „Spielarten“ einen kurzen filmischen Einspieler. Wenn Darth Vader oder Barack Obama „schwäbisch schwätzen“, dann verletze dies die Sehgewohnheiten. Oder wenn ein mit drei Hämmer jonglierender Handwerker für Obi einen Nagel in die Decke klopft, dann frage sich der Zuschauer eben, ob das denn tatsächlich funktioniert. „Die Handwerker in den Foren haben darüber ausgiebig gestritten“, erzählte der Reutlinger, der auch schon für die Hollywood-Industrie gearbeitet hat. Dennoch haben Viralkampagnen ihre Grenzen, so Kuhn. „Obi verkauft deshalb keinen Hammer mehr. Aber im Unterbewusstsein wird eine positive Einstellung erzeugt. Deshalb könne eine Viralkampagne nur ein Teil einer Gesamtkampagne sein. „Die Zukunft der Werbung ist Unterhaltung“, ist der Kreativgeist überzeugt und brachte zum Abschluss seine Eingangsfrage auf die ihm eigene Art noch mal auf den Punkt: „Warum hat des mit dem Dodokay funktioniert? Weils luschtig war“, so sein schwäbisches Fazit.

So sahen das auch die vielen begeisterten Gäste, die sich im Anschluss an den Vortrag an den Informationsständen von der Hauptorganisatoren von Bund der Selbständigen (BDS), BNI, Stuttgart BC und 12 weiteren Unternehmernetzwerken persönlich kennen lernen und austauschen konnten. Und überdies hatten sie viel über die Funktionsweise der neuen Internetwelt gelernt.

Alle Fotos der Bildergalerie: el Pistolero Studios - www.elpistolero.de 

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