Was ist eigentlich mit den Festspielen Burgrieden?

Aktuell ist unklar, ob die Festspiele Burgrieden ab 3. Juli 2021 stattfinden können oder nicht. Wir haben am 5. Mai 2021 bei Claudia Huitz, Geschäftsführerin Festspiele Burgrieden, nachgefragt: Was bewegt sie momentan besonders?

 

Huitz: Der Niedergang einer Firma oder eines Staates entsteht nicht durch falsche Entscheidungen, sondern durch Nicht-Entscheiden

Huitz: Zunächst herzlichen Dank für die Gelegenheit ein paar persönliche Gedankensplitter aus Burgrieden mitzuteilen. Den Festspielen Burgrieden geht es gut. Die meisten unserer Mitarbeiter sind gesund durch die Corona-Krise gekommen, das ist das wichtigste.

Die verschiedenen finanziellen Hilfsprogramme des Landes und des Bundes haben uns sehr geholfen. Wir haben einen starken Bankpartner, die Volksbank Ulm-Biberach, die seit Beginn der Krise zu uns steht und uns zusätzliche Kredite gewährt hat. Natürlich werden wir als Theaterbetrieb auf diesen Krediten über viele Jahre sitzenbleiben. Da wird uns keiner helfen, das müssen wir aus eigener Kraft schaffen. Aber genau das ist doch Unternehmertum!

Natürlich hätte ich als geschäftsführende Gesellschafterin „herumeiern“ können und ewig auf finanzielle Hilfen warten können. Ich habe entschieden, die Festspiele mit einem hohen Kredit durch die Krise zu bringen. Die Bank hat mitgemacht und ich hafte selbst zu 100 Prozent dafür. Wankelmut hätte uns nicht weitergebracht, die Mitarbeiter habe ich von Anfang an informiert und sie stehen mehr denn je zu mir und meinem Unternehmen.

Nehmen Sie die große Politik: Haben wir es denn nicht alle satt, dass wichtige Entscheidungen in stundenlangen, medial ausgeschlachteten Runden entweder gar nicht oder halbherzig vereinbart werden, die dann sofort im erstbesten Mikrofon von den Entscheidern selbst widerrufen werden. Das nervt, das verunsichert, das lässt der Bevölkerung nach einer gewissen Zeit Spielraum für eigene Interpretationen des geltenden Rechts und schon herrscht Chaos. Politisch korrekt nennt sich das „Föderalismus“.

Nicht-Entscheiden ist der Untergang. Eine Entscheidung, die sorgsam getroffen wurde, kann durchaus falsch gewesen sein. Und was ist schlimm daran? Dann muss die Entscheidung anhand neuer Erkenntnisse korrigiert werden. Niemand verübelt dies dem Chef oder dem Politiker. Irrtum gehört dazu – wenn glaubhaft alle verfügbaren Erkenntnisse berücksichtigt wurden. Dafür hat jeder normal Denkende Verständnis. So entsteht Vertrauen. Im Kleinen wie im Großen.

Abzuwarten und nichts zu entscheiden, das „Heft dem Zufall und den Stammtisch-Meinungen zu überlassen“, das ist noch schlimmer als jede Krise. Ich habe für die Festspiele entschieden, und das hat jeder andere Unternehmer für seinen Betrieb hoffentlich auch. Jetzt fehlen nur noch unsere Volksvertreter.

BDS: Vielen Dank, liebe Frau Huitz. Wir drücken Ihnen fest die Daumen für die Festspiele Burgrieden 2021!

Weitere Informationen:
Rückblick 2019:
BDSler besuchten Festspiele Burgrieden-Premiere mit Backstageführung
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Interview: BDS spricht in Lockdown-Zeiten mit Veranstalter der Festspiele Burgrieden
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https://www.festspiele-burgrieden.de/

 

 

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