Interview: Horst Lichter

Rat: Erfolgreich trotz Schicksalsschläge? Das geht. BDS fragt Horst Lichter. Er erzählt auch von seiner ZDF-Sendung "Bares für Rares".


Was sollte man beachten, wenn man erfolgreich sein will? Haben Sie einen Rat?

Ja, das ist eigentlich einfach: Man muss sich selber nur im Klaren sein, was man möchte. Man muss aber irgendwann einsehen, was man kann, was in seinen Möglichkeiten steht. Dann natürlich – jetzt werden viele sagen: „La, la, la…“-, aber es ist nun mal so: Man muss sehr fleißig sein. Man muss hart arbeiten, man muss die Konsequenzen tragen, die dieser Weg mit sich bringt. Dazu sind leider Gottes die wenigsten Menschen bereit. Konsequenzen tragen heißt: Wenn ich einen tollen Betrieb oder einen Beruf lernen möchte, um damit erfolgreich zu sein, muss ich das in den Mittelpunkt meines Lebens setzen. Ist man dazu nicht bereit, dann wird es schwierig. Aber das Wichtigste am erfolgreich sein ist eigentlich: Glücklich-Sein. Wenn man glücklich ist, wird man leichter erfolgreich. Und die nötige Demut darf nie fehlen, um die Dankbarkeit zu zeigen.


Was war für Sie bisher das kurioseste Objekt bei Bares für Rares?

Ach, wir hatten wahnsinnig viele schöne witzige Sachen. Eins der Kuriosesten war in eine der ersten Sendungen und ich dachte: „Was für eine schöne Schatztruhe!“ Ich war total begeistert von dieser Schatztruhe, aber – äh – das war gar keine Schatztruhe, sondern ein Klo (er lacht herzlich und sympathisch). Ja, es war ein Klo aus Holz, was nur von außen toll aussah. Ich habe es sogar im Nachgang von den Händlern gekauft für 50 Euro und habe es dann allerdings der Redaktion geschenkt. Naja, das war ziemlich komisch.


Gab es bei Bares für Rares eine Begegnung, die Sie menschlich besonders angesprochen hat? / außergewöhnlich war?

Es gibt immer wieder Menschen, die mich sehr berühren. Wirklich berühren. Schicksale. Tolle Menschen. Arme Menschen. Reiche Menschen. Aber auch Einzelschicksale – man könnte Bücher darüber schreiben. Es gibt Menschen, die kommen an und geben Erinnerungsstücke weg, weil sie wirklich Geld brauchen, die sich aber nicht trauen, das vor der Kamera zu sagen, was ich aber merke. Es gibt sehr, sehr glückliche Menschen, die da sind, um einfach was wegzugeben, um mal dabei sein zu dürfen. Insgesamt ist für mich die Begegnung mit Bares für Rares die Schönste. Ich bin dankbar, dass es die Sendung gibt.


Worauf sollte man achten, um sich von Schicksalsschlägen nicht unterkriegen zu lassen? Haben Sie Tipps?

Das liegt in einem selber, da kann man eigentlich ganz schwer einen Ratschlag geben. Es gibt Menschen, die an einem Schicksalsschlag zerbrechen, wofür ich Verständnis habe. Dann brauchen Sie Menschen, die sie auffangen und ihnen helfen. Bei mir persönlich war es immer so, dass ich nach den ersten Schicksalsschlägen gemerkt habe, dass es Parallelwelten gibt: Es gibt die Parallelwelt der Gesunden, die glauben, dass sie Probleme haben: kleines Problemchen mit dem Partner, kleines Problemchen mit dem Vermieter, mit dem Arbeitgeber, mit dem Parkplatz, mit dem Wetter, das sind deren Probleme, worüber die sich teilweise unglaublich aufregen. Und dann gibt es Menschen, die wirklich Probleme haben. Eine Geschichte: Als mein Kind gestorben ist, mochte keiner mehr mit mir lachen. Alle laufen vor dir weg. Warum? Weil sie wissen ja auch nicht – weil sie hilflos sind – wie sie mit dir umgehen sollen. Ein Arbeitskollege damals kam zu mir. Und vor lauter Hilflosigkeit sagte er etwas sehr Böses. Er sagte: „Horst, mach` Dir nichts daraus. Kaputt. Mach` ein Neues.“ In dem Moment wollte ich ihn schlagen. Aber heute mit dem Abstand von Jahrzehnten weiß ich, dieser Mensch war unglaublich hilflos. Was will er sagen? „Tut mir leid?“ Na, das hoffe ich doch wohl. „Ich kann mitfühlen“, mit Sicherheit nicht. Aber ich wollte wieder zurück auf die Seite der Menschen, die mit mir lachen, die mit mir erzählen. Das ist der einzige Tipp, den ich habe: Kämpf` Dich zurück!

Haben Sie Vorbilder? Welche?

Ach, Gott, Vorbilder…immer, wenn ich ältere Herrschaften sehe, die glücklich sind, wenn ich ein altes Ehepaar sehe, das Hand in Hand spazieren geht, dann weiß ich, die haben nicht immer gelacht. Und die haben mit Sicherheit auch nicht immer nur tolle Zeiten gehabt. Aber es wäre schon toll, wenn ich irgendwann im hohen Alter mit meinem Schatz dasitze und noch Händchen haltend spazieren gehe und über all das lache, was passiert ist. Das wäre mein Vorbild.

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TIPP:
ZDF-Sendung, 25.12.2017 um 19:15 Uhr:
„Horst Lichter sucht das Glück – Mit dem Motorrad durch Deutschland“:
Horst Lichter und sein Kumpel Jenke von Wilmsdorff sind auf Motorrädern unterwegs durch Norwegen. Zusammen wollen die beiden herausfinden, warum dort die glücklichsten Menschen leben. Die Reise ist zugleich eine Suche nach dem Glück, ein Blick in die Seele von Horst Lichter und klassische Reisedokumentation mit starken Bildern eines wunderschönen Landes.


Weitere Informationen:
Interview: Wolfgang Pauritsch von der ZDF-Sendung "Bares für Rares"
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